Eine Erkenntnis ist die Tatsache, dass Rechtsextremismus nicht nur Ausdruck in den Aktionen rechtsradikaler Gruppen oder Personen findet. Rechtsextremismus kann auch als sozialpyschologische Kategorie verstanden werden, die als Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus, Antisemitismus etc. erscheint.

Aus der politischen Psychologie ist bekannt, dass sich diese Kategorien schon im Kinderalltag verfestigen.

Dem soll mit dem geplanten Projekt entgegengewirkt werden.

Das Projekt hat vier Handlungsebenen:

  1. Die Entwicklung einer Zielgruppenorientierten Konzeption zur Demokratie und Toleranzerziehung
  2. Die Qualifizierung von Fachpersonal für Seminare
  3. Die Durchführung der Seminare, ca. 20 im Bewilligungszeitraum
  4. Unmittellbare Zielgruppe werden Schülerinnen und Schüler aus 4. Schuljahren aus Darmstädter Schulen und ihrem Umfeld sein, die sich zum Aufenthalt im Albert-Schweitzer-Haus befinden.

Entwicklung

Entwickelt wurde das „Projekt zur Stärkung der Demokratischen Kultur und Toleranz bei Kindern“ unter der Leitung von Frau Waltraud Langer, Abteilung Kinder- und Jugendförderung des Jugendamts des Magistrat der Stadt Darmstadt, Herrn Daniel Kozacki-Krüger, Leiter des Albert-Schweitzer-Hauses in Lindenfels, diversen Teamerinnen und Teamern des Albert-Schweitzer-Hauses und Studierenden verschiedener Studiengänge unter der Leitung von Herrn Wilfried Rexroth, Leiter der Landeskoordinierungsstelle im Beratungsnetzwerk Hessen in Verbindung mit der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main.

 

Förderung

Unterstützt und gefördert wird das „Projekt zur Stärkung der Demokratischen Kultur und Toleranz bei Kindern“ vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unter dem Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“, das zum 01. Januar 2007 ins Leben gerufen wurde.

Das Programm wurde entwickelt, zur nachhaltigen Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus und zur Stärkung der bildungspolitischen und pädagogischen Arbeit in diesem Bereich. Hierfür werden 19 Millionen Euro jährlich an Bundesmitteln zur Verfügung gestellt.

Das Programm knüpft an die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem 2006 ausgelaufenen Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" an. "VIELFALT TUT GUT." ist auf Dauer angelegt. Die erste Programmphase läuft bis 2010.

Angesprochen werden sollen mit "VIELFALT TUT GUT" insbesondere Kinder und Jugendliche, rechtsextremistisch gefährdete junge Menschen, Migrantinnen und Migranten sowie Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und die lokalen Meinungsbildnerinnen und Meinungsbildner vor Ort.


Ablauf des „Projekts zur Stärkung der Demokratischen Kultur und Toleranz bei Kindern“

Einleitung und Begrüßung
Kurze Vorstellung des Projekts und Vorstellung der Teamer/innen (ca. 5 Minuten)


„Pinguin-Schollen-Spiel"
Spiel zum Thema Ausgrenzung (ca. 20 Minuten)

„Etikettierung“
Vorurteile/Etikettierungen erkennen und lernen damit umzugehen (ca. 20 Minuten)


PAUSE
(ca. 10 Minuten)


"Trigger-Kreis"
Spiel zum Thema Vorurteile/Etikettierungen. Selbsterkenntnis und Sensibilisierung (ca. 5 Minuten)


"Empathie-Dreieck"
Diskussion und Präsentation zum Thema Ausgrenzung und Vorurteile mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse (ca. 25 Minuten)


"Power Flower"
Aufarbeitung und Visualisierung des Projekts (ca. 15 Minuten)


Das Albert-Schweitzer-Haus, als Einrichtung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, beherbergt jährlich 3500 Kinder und Jugendliche. Vorrangig Darmstädter Schulen ca. 70 Schulklassen im Jahr und 35 anderweitige Gruppierungen nutzen diese Einrichtung. Die eigenen Freizeitmaßnahmen mit ca. 600 Kindern, sowie die Nutzung durch Darmstädter Jugendgruppen und Verbände macht deutlich, dass diese Einrichtung hier sowohl präventiv, als auch aktiv tätig werden muss.

Darmstädter Schulen (Schüler/Lehrer), Kinder- und Jugenförderung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Beratungsnetzwerk Hessen sind weitere Kooperationspartner.