"Meine Grenzen - Deine Grenzen"

Bei dem Projekt handelt es sich um ein sozialpädagogisch betreutes Sportangebot, das vom Nachbarschaftsverein Eberstadt-Süd e.V. an der dortigen Wilhelm Hauff Schule durchgeführt wurde, in dem in besonderem Maße Körperbeherrschung, Schnelligkeit und Konzentration geübt wird. Bei Hapkido spielen Angriff und Abwehr eine besondere Rolle. Der „Gegner“ wird aber nicht tatsächlich körperlich angegriffen, seine Angriffe werden vielmehr abgewehrt.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Achtung vor dem Gegner, welche in der Begrüßungs- und Verabschiedungszeremonie zum Ausdruck kommt, aber auch im ganzen Verhalten. Die Teilnehmerzahl lag bei etwa 20 Kindern, die sehr rege teilgenommen haben. Dabei wurden Jungen und Mädchen im Verhältnis von 10:8 angesprochen. Damit wurden beide Gruppen zu etwa gleichen Teilen erreicht.

Mit einer kurzen Meditation über „den Kampf mit mir selbst“ beginnt und endet jede Trainingsstunde. Die Kinder lernen in dieser Zeit, zur Ruhe zu kommen, um dann konzentriert trainieren zu können. Danach üben sie Abwehrtechniken, Fallübungen und Atemtechniken. Erstaunlich war die Beobachtung, wie sich bei den Kindern zunehmend die Körperbeherrschung entwickelte.  Während der Projektdurchführung konnte bei allen Beteiligten eine Entwicklung hin zu Achtung und Toleranz beobachtet werden. Es bildete sich ein Gruppengefühl heraus, welches an einem positiven miteinander Umgehen beobachtet werden konnte. Besonders deutlich zeigte sich der positive Einfluss bei den sogenannten Rabauken. Sie nahmen sich in ihrem rüpelhaften Verhalten immer mehr zurück. Stattdessen gingen sie partnerschaftlich mit den anderen Teilnehmern um. Sie übernahmen Verantwortung in dem gleichen Maße wie der Rest der Gruppe. Der „Gegner/ Partner“ wurde zunehmend respektiert.

Projektbegleitend wurde eine Vorstellung der erreichten Ergebnisse durchgeführt, an der neben Eltern und Geschwisterkindern auch interessierte Erwachsene teilnahmen. Den vorführenden Kindern war der Stolz auf ihre Leistungen immer wieder anzumerken. Aufgrund der doch etwas kurzen Projektlaufzeit war die Durchführung einer Gürtelprüfung nicht möglich.

Das Projekt wurde in der Schule bekannt und bot Gesprächsstoff bei den Kindern, aber auch bei Lehrern und Mitarbeitern des Kinderhauses Paradies. Interessierte Kinder ließen sich auf eine Warteliste setzen.

Bei der bereits angesprochenen Vorführung des Leistungsstandes zeigten die teilnehmenden Kinder ihre neu erlernten Fähigkeiten. Sie taten das mit sichtlichem Stolz. Sicher wäre eine größere Teilnehmerzahl wünschenswert gewesen. Man muss sich aber vor Augen führen, dass bei den Jungen das Fußball-Spielen eine zentrale Rolle spielt. Daran gemessen ist die Teilnehmerzahl von 10 Jungen ein guter Erfolg.

An den Übungsstunden, die in zwei Gruppen für Jungen und Mädchen angeboten wurden, nahmen 25 Kinder teil, davon regelmäßig ca. 10 Jungen und 8 Mädchen. Sie waren im Alter von 6 bis 10 Jahren. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Italien, Marokko, Russland (deutsche Herkunft), Somalia, Türkei und den USA.

Ganz bewusst wurde das Projekt für Jungen und Mädchen angeboten. Auf Grund der religiösen und ethnischen Hintergründe einiger Teilnehmender wurde jedoch in zwei nach Geschlecht getrennten Übungsgruppen trainiert. An die Jungen und Mädchen wurden aber dieselben Anforderungen gestellt, um dieselben Fähigkeiten zu fördern. So konnten Jungen und Mädchen miteinander auch über dieselben Erfahrungen sprechen.

Auf die Veranstaltung wurde mit Plakaten und Flyern hingewiesen. Außerdem war sie Gesprächsstoff bei den beteiligten Kindern und ihren Freunden. Projektbegleitend wurde gegen Ende des Projektes eine Vorführung für Eltern, Geschwisterkindern aber auch interessierten Erwachsenen organisiert. Dort konnten die Teilnehmer ihre neu erworbenen Fähigkeiten präsentieren.

Die Teilnehmer bilden in der Schule heute eine Gruppe von Kindern, die sich durch ihre gute Körperhaltung auszeichnen. Ihr Auftreten ist selbstbewusst. Sie bilden eine Gruppe von Kindern, die rücksichtsvoll und tolerant miteinander umgehen. Sie sind hilfsbereit und zupackend. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen.