Werkschau der Theaterpädagogischen Projekte im Lokalen Aktionsplan

Zum Abschluss dieser Arbeitsphase wurden alle vier beteiligten Theatergruppen am 19. November 2008 ihre Projekte vorgestellt.

 Begrüßung durch den Sozialdezernenten Jochen Partsch

Ausschnitte der Theaterprojekte und anschließende Präsentation der wissenschaftlichen Auswertung:


Theaterlabor Darmstadt
„...In gut sechzig Minuten, begleitet von den melancholischen Melodien des Kontrabassisten Radovan Krstic, werden auf spielerische Weise Lebensgeschichten durchschritten und Entfernungen überbrückt. Es gibt sehr komische Szenen wie die Gymnastikstunde im Altersheim oder eine nachgespielte Fernsehshow. Aber mit großer Selbstverständlichkeit stehen Witz und Ernst nebeneinander. Denn zu den Erinnerungen der Alten zählen auch der Abtransport der Darmstädter Juden in die Vernichtungslager und der Schrecken der Brandnacht. Das Stück „Heimat Fremde Heimat“ wurde im Staatstheater acht mal vor ausverkauftem Haus aufgeführt. Danach wurde es in Kranichstein, im Altenzentrum auf der Rosenhöhe und an der Morneweg Schule gezeigt, so dass die Produktion von ca. 1.500 Zuschauern wahrgenommen wurden.
Der Text, den das Team zusammen mit Luise Rist aus den Biografien der dreißig Menschen aus über zehn Nationen erarbeitet haben, liegt beim Verlag der Autoren zum Nachspielen und Lesen bereit. In Folge dieses Projektes haben wir inzwischen ein „Altes Theaterlabor“ gegründet, mit dem wir derzeit an einem Projekt über den Tod arbeiten.


theater die stromer
In Kooperation mit dem Verein „Freie Szene Darmstadt e.V." führte das Theater die stromer im ersten Halbjahr 2008 mit allen 5. und 6. Klassen der Mornewegschule, Gutenbergschule, und Erich-Kästner-Schule in Darmstadt ein Theaterprojekt gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit durch.
Das Projekt, das im Rahmen des Aktionsplanes gefördert wurde, umfasste 6 Theatervorstellungen von „Lula und der Wolkenspringer“, 18 Workshops in den einzelnen Klassen, zwei begleitende Fortbildungen für Lehrer und die Erstellung einer
Dokumentationsmappe. Ziel war es, die Schüler, durch Theater sehen und selber Handeln zu sensibilisieren für Situationen, in denen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit entsteht und Möglichkeiten der Deeskalation aufzuzeigen. Insgesamt 403 Schüler und 18 Lehrer haben an diesem Projekt teilgenommen.


Theater Transit
Die Theaterpädagoginnen Karla Leisen und Nicole Amsbeck erarbeiten mit 11 Jugendlichen theatrale Szenen, Momente und performative Eindrücke zum Thema Eigen und Fremd. Die Arbeit folgt einem multimedialen Ansatz und die verschiedensten Künste und Blickwinkel werden von den TeilnehmerInnen erprobt. Gemeinsam wurde aus den Erfahrungen der TeilnehmerInnen, aus Beobachtungen und Eindrücken eine interaktive Performance erarbeitet, die mit Ausstellungen, Installationen und Stationentheater die Zuschauer zu einer Blickwechselwanderung einlädt. Zur Werkschau präsentiert das Team einen Vorgeschmack auf die Premiere am 28.11.08 (20.30 Uhr, Theater Moller Haus)

Theater Lakritz
Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Darmstadt erarbeitete das Darmstädter Kindertheater Theater Lakritz eine Projektreihe, die zur Frühförderung von sozialer und kommunikativer Kompetenz der Vier- bis Sechsjährigen an Darmstädter Kindertageseinrichtungen durchgeführt wurde. Für jeweils vier Tage besuchten zwei Theaterpädagogen insgesamt acht Kindertagesstätten, und erarbeiteten gemeinsam mit den Kindern ein Stück. Hierbei wurden Themen aus der Gruppe aufgegriffen. Der Schwerpunkt lag nicht auf der Einstudierung eines Theatertextes, sondern vielmehr auf dem spielerischen Umgang mit Selbst- und Fremdwahrnehmung im szenischen Spiel.
Im Folge des Projektes konnten bereits an zwei weitere Kindertagesstätten ähnliche Projekte durchgeführt werden, aufgrund der hohen Nachfrage werden auch 2009 weitere Projektwochen stattfinden.

Die bisher durchgeführten und noch arbeitenden Theaterprojekte werden durch das Praxis-Labor der TU Darmstadt evaluiert.